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Halswirbelsäule, Schulter/Arm

aus "Vista" Ausgabe Nov. 1998, S.78/79

Ich möchte hier nur die in der chiropraktischen Praxis üblicherweise oft angetroffenenUrsachen für Schulter und Armschmerzen kurz erklären. Für eine Auflistung von Ursachen, die nicht oder nur schlecht auf chiropraktische Behandlungen ansprechen, fehlt mir hier leider der nötige Platz.

Die wohl häufigste Art von Schulter-Arm-Schmerz, wie ich sie in meiner Praxis antreffe, wird durch Reizung der Nerven des Arms in der Halswirbelsäule verursacht. Das heisst, das eigentliche Problem liegt nicht im Arm, obwohl dieser schmerzt, sondern in oder bei der Halswirbelsäule. Man nennt dies radikulärer- und pseudo-radikulärer Armschmerz (wobei radikulärer Armschmerz in der Wirbelsäule oder beim Austritt der Nerven verursacht wird und pseudoradikulärer Armschmerz ausserhalb der Wirbelsäule). Oft wird hier dann nur der Armschmerz wahrgenommen, und der Nacken scheint völlig in Ordnung zu sein.

Beim radikulären Armschmerz wird entsprechend dem betroffenen Nerv ein ganz klares Verteilungsmuster des Schmerzes in den von diesem Nerv versorgten Bereich des Armes beobachtet. Dies ist bei einem pseudoradikulären Armschmerz meist nicht so. Hier ist die Schmerzverteilung oft recht diffus, und man muss bei der Abklärung meist intensiv suchen, um die Ursache feststellen zu können. Beide, radikuläre sowie pseudoradikuläre Ursachen, sprechen auf eine chiropraktische Behandlung meist sehr gut an.

Manchmal höre ich von meinen Patienten, dass sie in der Nacht erwachen und ein Arm sei «eingeschlafen». Dies ist keine Durchblutungsstörung!

Hier ist vielmehr ein anderer Mechanismus als Ursache vorhanden. Es handelt sich hierbei um eine kurzfristige, kränige Einengung des Armnervengeflechtes (Brachialplexus) in den Bereichen der vorderen Halsmuskeln, des Schlüsselbeines, der ersten Rippe und der grossen Brustmuskeln. Das besagte Nervengeflecht geht zwischen allen diesen Strukturen hindurch. Wenn man nun für längere Zeit eine Schlafhaltung einnimmt, bei der diese Strukturen auf das Nervengeflecht drücken können, dann stellt dieses seine Funktion vorübergehend ein. Man nennt dies ein Thoraxapertursyndrom. Ein gezieltes Training der Stützmuskulatur und eine leichte Haltungskorrektur kann hier meist die Ursachen weitgehend beseitigen.

Eine weitere recht häufig auftretende Ursache für Schulterschmerzen ist die PHS (Periarthropatia humerosca-pularis). Es handelt sich hier um eine rheumatische Weichteil- erkrankung der Muskeln, Sehnen und Sehnenansatzpunkte des Schultergelenkes. Hier kann der Chiropraktor in den meisten Fällen durch Mobilisation und spezielle Lockerungstechniken, unter Zuhilfenahme von Ultraschall und Elektrotherapie, sehr viel erreichen. Insertionstendinitis. Hierunter versteht man eine Entzündung des Knochen-Sehnen-Überganges. Beim Tennis-Ellbogen ist die Aussenseite und beim Golfer-Ellbogen die Innenseite des Armes, respektive die dort ansetzenden Muskeln, betroffen. Speziell der Tennis-Ellbogen wird oft mit einer Blockierung des Radiusköpfchens angetroffen. Der Chiropraktor behandelt durch Lösen des Radiusgelenkes und durch Ultraschall, unterstützt durch Anlegen einer Tennis-Ellbogen-Bandage. Das Karpaltunnelsyndrom ist wie schon die PHS und der Tennis- resp. der Golfer-Ellbogen eine lokale Schmerzursache. Bei ihm ist der Schmerz in der Hand lokalisiert und wird durch eine Verengung des Nervendurchgangs des Medianusnervs an der Handwurzel verursacht. Wenn längere Zeit nichts unternommen wird, kann es zu bleibenden Schäden und Rückbildung der Muskulatur in der Hand kommen. In manchen Fällen, wenn die Einengung knöcherner Natur ist und früh erkannt wird, kann der Chiropraktor hier durch Lockerung der Handwurzelknochen Besserung bringen.